Erinnerungskultur im Fokus: Sonderpreis des UNESCO-Welterbetages für Foto aus dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Ehrung für Christian Boltanski-Dauerinstallation und die Fotografin Klaudia Beck

Hobbyfotograf:innen aus ganz Deutschland haben sich mit 170 Bildbeiträgen am dritten gemeinsamen Fotowettbewerb der Deutschen UNESCO-Kommission und des Vereins UNESCO Welterbestätten Deutschland beteiligt.

Nachdem letztes Jahr bereits ein Foto aus dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte den 1. Platz belegt hat, gewinnt dieses Jahr beim Fotowettbewerb zum UNESCO-Welterbetag 2022 ein Foto mit dem Titel „Erinnerung an Zwangsarbeiter“ den Sonderpreis. Die Begründung der Jury lautet: „Dass Welterbestätten nicht nur einzigartige Natur- und Kulturlandschaften darstellen, sondern auch Orte der Erinnerung sind, führt Klaudia Beck eindrucksvoll vor Augen. Ihr Foto „Erinnerung an Zwangsarbeiter“ zeigt ein Denkmal des Künstlers Christian Boltanski, das an den Einsatz von rund 12.000 Zwangsarbeitern in der Völklinger Hütte während der NS-Zeit erinnert. Für diesen überraschenden Einblick in die Vergangenheit der Welterbestätte erhält Beck einen Sonderpreis.“

Dr. Ralf Beil, Generaldirektor, Weltkulturerbe Völklinger Hütte unterstreicht die Bedeutung dieses Memorials: „Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte als einzigartiges Monument des Anthropozäns verkörpert exemplarisch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Industriekultur, Kunst und Natur. Umso mehr freut es uns, dass die UNESCO-Jury das Foto der Christian Boltanski-Dauerinstallation von Klaudia Beck überzeugt hat. Denn das Weltkulturerbe steht zugleich für Licht und Schatten der Industrialisierung, für technische Innovationen ebenso wie für massive Zwangsarbeit in beiden Weltkriegen.“

In der Rauminstallation von Christian Boltanski verbinden sich die Industriekultur der Völklinger Hütte, die rostigen Archivkästen und Kleidungsstücke mit den Namen der Zwangsarbeiter:innen. Zwischen den nummerierten Archivkästen führt ein enger, nur von einigen Glühbirnen spärlich beleuchteter Gang zu einem Berg von Kleidungsstücken. Die Besucher:innen gehen und stehen mitten in einem Archiv der Erinnerungen und hören Stimmen, die die Namen der Zwangsarbeiter:innen flüstern. Die visuellen Facetten dieses beklemmenden Memorials hat Klaudia Beck eindrucksvoll festgehalten.

Zu sehen sind die Einreichungen noch bis Ende des Jahres in einer digitalen Ausstellung unter www.unesco-welterbetag.de/fotoaktion.

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Dr. Armin Leidinger

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